Tobi steckt sich im Garten eine Zigarette an. Schon erscheinen an der Gartentür Sabrina, Eva und Jessie.
(
Da werden also gerade alle Neugier-Vorurteile bestätigt)
Jessie zeigt zumindest leichte Skrupel: „Will er überhaupt, dass wir zu ihm kommen?“
Sabrina hat da keine Bedenken und tritt beherzt den Gang zu dem nun auf einer Liege sitzenden Tobi an.
Sabrina: „Na Bruder, schlechte Nacht?
Tobi schaut sie mit einem halben Blick nach oben an, versucht zu Lächeln (was reichlich missglückt) und schaut dann auf die Zigarette.
Sabrina: „Du siehst vielleicht abgefucked aus.“ Und nach einem Lachen ihrerseits und einem kurzen Aufblicken Tobis fährt sie fort: „Wegen Cora?“
Tobi, der nicht wirklich den Eindruck erweckt, reden zu wollen

, äußert sich ganz allgemein: „Ich hab tausend Gedanken im Kopf
Sabrina: „Willst du drüber reden?“
Ehe Tobi reagieren kann, erscheinen nun auch Jessie und Eva im Garten. Eva reicht dem geknickt wirkenden Tobi wortlos eine Flasche Bier. Das bewirkt zumindest und kurzes Lächeln bei dem Geplagten.
Jessie, nach einer längeren Pause: „Will sie schon wieder nachhause?“
Tobi: „Nö, eigentlich nicht mehr.“
Sabrina, nach einer weiteren Pause: „Aber?“
Als Tobi noch immer keine Reaktion zeigt, fährt sie fort: „Was ist mir DIR? Dir geht es doch nicht gut!“
Wieder hält sich Tobi bedeckt: „Das sind so Grundsatzdinger!“
Man sieht jedoch, dass es in ihm arbeitet und schließlich bricht es dann doch aus ihm heraus:
„Das ist ja alles anders gekommen, als ich es geplant habe. Problem ist, dass ich sie mag. Problem ist ihr Leben und Beruf, weil sie ja nicht gerade Bürokauffrau ist. Problem, dass sie daran nichts ändern will.“
Jessie: „Du sollst daran auch nichts ändern. Es hat ja durchaus einen Grund, dass sie so verschlossen ist und nicht viel von sich preisgeben will. Ich glaube auch, dass es für sie sehr schwer ist. Und sie hat damit zu kämpfen, dass vielleicht deine Eltern auch sagen: Was ist das für eine. Mal als Beispiel. Sie hat da sicher schon schlechte Erfahrungen machen müssen.“
Tobi, leise: „Sie meinte, dass ich draußen mit ihr nicht klar käme.“
Jessie: „Genau, Das ist ihre Angst, weil sie ständig gegen Vorurteile kämpfen muss. Aber es gibt durchaus Pornodarsteller, die eine normale Beziehung führen. Die nehmen ihre Partner sogar mit an den Set. Aber das muss jeder selbst für sich regeln.“
Sabrina: „Du musst dir draußen ansehen!“
Tobi, empört: „Bist du bescheuert!“
(
Da muss ich Sabrina in Schutz nehmen. Sie meinte, er solle draußen sehen, wie die Beziehung sich entwickelt. Er meinte, er solle sich ihre Filme ansehen
)
Nachdem das Missverständnis aus der Welt ist und die Gemüter sich wieder beruhigt haben, fährt Jessie fort: „ Ich glaube, ich mag die Cora, weil sie irgendwie ist wie ich. Sie sagt dann lieber nichts!““
Tobi, gedankenversunken: „Das Lustige ist: Bei mir war es nie einfach! Und ich hab keinen Bock mehr auf den Scheiß.“
Jessie, lachend: „Bei mir war es auch nie leicht. Ich weiß was du meinst. Aber Cora ist ne großartige Persönlichkeit. Sie hat viel im Kopf. Aber ich verstehe die Bedenken. Man will seinen Partner nicht mit anderen teilen.“
Sabrina: „So hat ja auch der Uwe ihr am Anfang hier den Stempel aufgedrückt!“.
Jessie lenkt ein: „Es ist halt auch schwierig...“
Tobi unterbricht: „Ich mach mich hier zum Affen der Nation!“
Die Mädels – inklusive Eva – wie aus einem Mund: „Hä?“
Und Jessie weiter: „Womit?“
Tobi: „Mit allem! Nach zwei Tagen heul ich hier schon jemandem nach, den ich kaum kenne!“
Jessie: „Aber das ist doch toll. Wie oft passiert es denn schon, dass man einen Menschen trifft und so schnell weiß, da passt alles.“
Tobi: „Ja, aber das ist ja. Woher weiß ich denn, dass es passt? Weißte, das ist für mich eine Situation, wie ich so schon mal hatte. Ich habe schon mal alles aufgegeben, hinter mir gelassen!“
Sabrina protestiert: „Du lässt doch nichts hinter dir!“
Jessie: „Genau. Das ist doch eher ein: Schauen was da kommt. Ich hatte auch Probleme mit meinem Freund. Der ist jünger und da gab es Bedenken von Eltern, Großeltern. Da hätten wir uns auch denken können, lassen wir es halt. Aber das wäre zu einfach. Es bedeutet ja für dich nicht, dass du draußen gleich Koffer packen und nach Hamburg ziehen sollst. Aber eben allem eine reelle Chance geben!“
Tobi: „Das sagt sich so leicht. Meine Eltern... Jeder halt Bilder, jeder hat hier schon was gehört.
(von zuhause)“
(
Der nächste, der indirekt um ein Telefonat bittet. Ich wäre ja gleich für ein Münztelefon im Garten)
Jessie widerspricht: „Nicht jeder! Ich habe nur was gehört, weil meine Großmutter gestorben ist.“
Tobi: „Aber ich würde schon mit meinen Eltern... Dass sie mir noch nicht mal Bilder geschickt haben... Ich hab ja nicht so einen guten Draht zu ihnen!“
Jessie: „Ich habe es vorhin gerade gesagt. Wir alle sind hier viel emotionaler, viel angreifbarer als draußen!“
Tobi: „Sie hat mir ja auch gesagt, dass ich der Hauptgrund bin, dass sie noch hier ist.“
Jessie, aufmunternd: „Und das ist doch ein schöner Beweis. Sie mag ihr Leben draußen, und dir zuliebe ist sie noch da.“